Hyperhidrose

Übermäßiges Schwitzen !

Es gibt Menschen, deren Schweissdrüsen überaktiv sind. In bestimmten Lebenssituationen oder unter Stress neigen sie dazu, viel bis sehr viel zu schwitzen. Das zeigt sich z.B. unter tellergroßen Schweissflecken unter den Achseln. Andere leiden unter permanenten Schweissperlen im Gesicht, unter feuchten Händen oder nassen Füssen. Dieses übermässige Schwitzen wird in der Fachsprache Hyperhidrose genannt.

 

Hilfe gegen das übermässige Schwitzen

Wenn die Schweissbildung in einer solchen Form auftritt, dass das tägliche Leben dadurch massiv beeinträchtigt ist, suchen Betroffene nach Hilfe und Auswegen. Es wird geschätzt, dass davon in Deutschland bis zu 5 Millionen Menschen betroffen sind.

 

Wenn alle Versuche mit Deodorants oder anderen äusserlich anwendbaren Schweisshemmern nicht wirkllich helfen, dann gibt es grundsätzlich 2 Möglichkeiten:

 

Schweissdrüsenentfernung

Bei der Schweissdrüsenentfernung werden wie bei einer Fettabsaugung Zellen abgesaugt, in diesem Fall die im tieferen Bereich der Haut sitzenden Schweißdrüsen.


Die besten Ergebnisse erreicht man mit der Saugkürettage im Tumeszenzverfahren (auch M.I.S.K.; Minimal Invasive Subcutane Kürettage). Dabei wird zunächst eine Kochsalzlösung mit Lokalbetäubung unter die Haut der Achselhöhle injiziert. Nach einer Einwirkzeit von ca.30 Minuten werden die Schweißdrüsen mit einer speziellen Saugkürette abgesaugt, nachdem der Bereich mit einer speziellen Ultraschallsonde vorbehandelt wurde.

 

Die Einschnitte werden nach der Behandlung mit Klammerpflaster verschlossen und es wird ein Kompressionsverband angelegt. Die abgesaugten Schweissdrüsen wachsen nicht nach. Man kann mit einer Verringerung der Schweissproduktion um ca. 70 - 80 Prozent rechnen. Schweissdrüsenentfernung.

 

 

Behandlung mit Botulinumtoxin

Eine Spritzenbehandlung gehört im Gegensatz zur operativen Schweißdrüsenabsaugung zu den sogenannten konservativen Behandlungen.

 

Möchte ein Patient eine Schweissdrüsenbehandlung mit Botox haben, so wird zuerst mit Hilfe des Minor´schen Schweisstests die genaue Ausdehnung und Lokalisation des Schweiss-Bereichs in der rasierten Achselhöhle bestimmt. Dieser Bereich wird mit einem Stift markiert.

Der Arzt spritzt nun das Botulinumtoxin in gleichmäßigen Anständen unter die Haut der Achselhöhle. Als Zeichen der korrekten Einspritzung bilden sich hierbei multiple Quaddeln aus.

 

Die verminderte Schweissproduktion - die Wirkung einer Behandlung mit Botulinumtoxin - stellt sich nach 2 - 4 Tagen ein. Viele Patienten sind nach langer Zeit das erste Mal wieder entspannt in dem Wissen, dass sie ihre Kleider ohne die lästigen Schweissflecken tragen können.

 

Leider baut sich das Botulinumtoxin wieder ab - individuell zwischen 3 und 10 Monaten. Danach ist das Schwitzen wieder wie vorher, die Behandlung kann wiederholt werden.

 

Gegenanzeigen:

- Überempfindlichkeit gegen Botulinumtoxin A

- Erkrankungen der neuromuskulären Übertragung

- ausgeprägte Motoneuronenerkrankungen oder Myopathien

Botox sollte zur Sicherheit nicht in der Schwangerschaft oder Stillzeit injiziert werden.

 

Nebenwirkungen:

Nebenwirkungen entstehen äußerst selten. Denkbar ist eine verstärkte Schweissbildung außerhalb der Achselhöhle als Kompensation auf die Unterdrückung der Schweissdrüsen in den Achselhöhlen.

Es können auch Reaktionen an den Einstichstellen entstehen wie rote Stellen und leichte Schmerzen. Diese verschwinden erfahrungsgemäß nach kurzer Zeit.